Finanzkrise steigert Online-Kriminalitaet

Sinkt der Aktienindex so steigt die Online-Kriminalität – Offenbar stehen fallende Börsenkurse in direktem Zusammenhang mit der Zunahme neuer Internet-Gefahren. Dies geht aus aktuellen Studien der Sicherheitslabore von Panda Security hervor. Vom 1. bis zum 15. Oktober beobachteten die Sicherheitsexperten immer dann einen weltweiten Zuwachs neuer Malware-Exemplare, wenn der US-amerikanische Finanzmarkt besonders stark einbrach.

Relation zwischen Finanzmärkten und neuer Malware:
In den vergangenen sechs Wochen konnte laut Panda Security acht Mal ein auffällig starkes Gefälle am US-amerikanischen Aktienmarkt festgestellt werden. Parallel dazu verzeichneten die Entwicklungsraten neuer Malware-Exemplare einen explosionsartigen Anstieg.

In den ersten beiden September-Wochen zum Beispiel nahmen die bedeutenden Aktienindizies mit Werten zwischen drei und sieben Prozent besonders stark ab. Gleichzeitig zeigte sich ein massiver Zuwachs an Internet-Schädlingen. Mit einem Kurseinbruch von rund zwei Prozent vom 8. auf den 9. September steigerte sich das Malware-Aufkommen von 10.150 auf 25.462 Exemplare. Innerhalb von nur einem Tag sank die Zahl wieder auf 10.938. Ein noch größeres Gefälle von ungefähr vier Prozent verursachte zwischen dem 14. und 16. September eine Steigerung von 8.276 auf 31.404 in der Malware-Entwicklung.

Finanzkrise fördert falsche Anti-Viren-Programme:
Panda Security stellte nicht nur einen Zuwachs an Internet-Angriffen fest. Die aktuellen Quartalsraten des Sicherheitsanbieters zeigen auch, dass Adware den Trojaner als Hauptverantwortlichen für Computer-Infektionen ablöste. Während Online-Kriminelle üblicherweise darauf aus sind, mit Hilfe von Trojanern vertrauliche Bankdaten zu stehlen, versuchen sie im Moment, ihre Opfer durch vermeintliche Virenwarnungen zum Kauf einer gefälschten Anti-Viren-Lösung zu animieren. Wegen der Konsolidierung der Banken-Industrie stehen den Online-Kriminellen weniger langfristig gespeicherte Daten für einen möglichen Diebstahl zur Verfügung. Daher versuchen sie, ihre Opfer zu Transaktionen zu bewegen, mit denen sie direkten finanziellen Gewinn erbringen. Ryan Sherstobitoff, Chief Corporate Evangelist bei Panda Security sieht die Vorteile für die Betrüger in der großen Besorgnis der Menschen: „Die instabile Lage der Finanzmärkte verstärkt die Furcht vor Datendiebstahl. Wenn schon die Kurse fallen, können Computer-User es sich nicht auch noch erlauben, Opfer eines Bankdaten-Übergriffs zu werden. In ihrer ohnehin labilen Situation hinsichtlich ihrer Finanzen sind sie folglich eher geneigt auf falsche Warnmeldungen zu reagieren und eine gefälschte Sicherheitslösung zu erwerben, um drohende Gefahren abzuwehren.“

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