MySpace gelingt erneut Schlag gegen Spammer

Den Betreibern der Social Community MySpace ist erneut ein erfolgreicher Schlag gegen Spammer gelungen.

Etwa einen Monat nach dem 234-Mio.-Dollar-Urteil gegen den selbst ernannten Spam-König Sanford Wallace verurteilte ein Schiedsgericht Scott Richter und dessen Unternehmen Media Breakaway wegen Spammings auf der Plattform. MySpace wurde ein Schadenersatz in Höhe von 4,8 Mio. Dollar und die Deckung der Anwaltskosten von 1,2 Mio. Dollar zugesprochen. Darüber hinaus hat gestern, Dienstag, der MySpace-Mobbing-Prozess begonnen, in dem der Angeklagten Lori D. bis zu 20 Jahre Haft drohen. Die mutmaßliche Täterin soll das 13-jährige Mädchen Megan Meier anhand einer MySpace-Seite unter psychischen Druck gesetzt haben, was zu deren Selbstmord geführt haben soll. Lori D. bekannte sich nicht schuldig.

Richter und seinem Unternehmen wurden Phishing-Attacken in großem Stil vorgeworfen, um Zugänge zu fremden Profilen zu erlangen und darüber massenhaft unerwünschte Werbenachrichten an andere User zu senden. „Das Versenden von Junk-Mails, Kettenbriefen oder unaufgeforderten Massenmails, SMS oder Spamming gilt als Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen von MySpace. Die untersagten Handlungen können zur Folge haben, dass MySpace gegen diese Personen ermittelt und angemessene rechtliche Schritte einleitet“, erklärt MySpace-Sprecher Mats Wappmann gegenüber pressetext. Auch den Mitarbeitern bei Media Breakaway wurde in Zukunft die Nutzung von MySpace-Seiten untersagt.

Das vergleichsweise milde Urteil habe Richter den getätigten Anstrengungen seines Unternehmens zu verdanken, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten. Teilweise habe Media Breakaway jedoch auf Spamming-Methoden zurückgegriffen und sogar dazu angestiftet, heißt es von dem Gericht. Bereits vor rund zwei Jahren einigte sich Richter mit Microsoft auf eine Schadenersatzzahlung von sieben Mio. Dollar. Der Softwarekonzern hatte eine 20-Mio.-Dollar-Klage gegen ihn eingereicht, da er Nutzer von Microsoft Hotmail mit Spam-Mails überzogen hatte.

Durch gezielte Manipulation sei die 13-jährige Megan Meier einem Spiegel-Bericht zufolge in eine Depression getrieben worden. Eine irreführende MySpace-Seite, über die Megan Meier kontaktiert worden war, sei ausschließlich zu dem Zweck geschaffen worden, um das Mädchen unter psychischen Druck zu setzen, so der Vorwurf gegen Lori D. Der Prozess könnte in den USA zu einem im dortigen Rechtssystem üblichen Präzedenzfall werden. Bisher gebe es keine rechtliche Grundlage, wegen online kommunizierter Grausamkeit verurteilt zu werden. Ähnlich verhält es sich auch hierzulande beispielsweise mit Webseiten, die Selbstmord verherrlichen, dazu aufrufen oder Methoden und Wege aufzeigen, um sich das Leben zu nehmen.

Aussender: pressetext.de

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