Fleiss ist wichtiger als Talent

Herausragende Leistungen zählen heute mehr denn je. Doch sie rühren nur zu einem kleinen Teil aus Talent, berichtet jetzt das Gesundheitsmagazin HEALTHY LIVING (Ausgabe 03/2010 ab morgen im Handel). Wichtiger sind Fleiß, Hartnäckigkeit und Selbstvertrauen.

Das ist eine gute Nachricht: Die neuen Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern bedeuten nämlich, dass wir alle zu mehr imstande sind, als wir uns vorstellen können. Dies betätigt zum Beispiel der US-Talentforscher Anders Ericsson. Er untersuchte, wie sich Berufsmusiker mit unauffälligen Berufswegen von denen unterscheiden, die große Karrieren machten. Das Ergebnis: Die Erfolgreicheren hatten schlichtweg intensiver geübt.

Vor allem Männer glauben heute, dass man durch Anstrengung im Leben weiterkommt, hat eine repräsentative Exklusivumfrage von HEALTHY LIVING (Gewis, 1027 befragte Männer und Frauen) ergeben. Nur 41 Prozent denken, dass talentierte Menschen generell mehr Erfolg haben als fleißige – aber 54 Prozent der befragten Frauen. 70 Prozent der Männer meinen außerdem, dass man nur wenig oder kein Talent braucht, um berühmt zu werden. Dagegen glauben 41 Prozent der Frauen, dass viel Talent nötig ist.

Auf die Frage, welches Talent sie gern hätten, sagten 62 Prozent der Frauen, sie würden gern besser mit Geld umgehen können (Männer: 41 Prozent), fast die Hälfte der Frauen wäre gern eine begnadete Köchin. Nur 8 Prozent aller Befragten wären gern besonders intelligent.

Die neuen Forschungsergebnissen belegen, dass es zum großen Teil an uns liegt, was wir erreichen. Dies ist jedoch auch unbequem, weil es uns mehr Eigenverantwortung aufbürdet. HEALTHY LIVING rät, die Komfortzone zu verlassen: „Ruhen Sie sich nicht auf den Fähigkeiten aus, die Sie schon beherrschen! Sie müssen sich um Dinge bemühen, die Sie nicht können – noch nicht.“

Fuer neuen Job die Branche wechseln

Das weltweite Wirtschaftsklima wirkt sich auf besondere Weise auf die Wechselwilligkeit der Arbeitnehmer aus: Insgesamt 89 Prozent der weltweit befragten Angestellten würden derzeit auch eine Stelle in einer anderen Branche annehmen, lautet ein Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Karriereportals Monster.

Von allen Befragten gaben 49 Prozent an, dass sie zurzeit versuchen, sich beruflich zu verändern und deshalb ein Branchenwechsel für sie in Betracht käme. 18 Prozent antworteten, dass ihre Branche unter der gegenwärtigen Wirtschaftskrise leidet und sie daher offen für einen Branchenwechsel wären. Lediglich elf Prozent aller Umfrageteilnehmer erklärten, dass ein Job in einer anderen Branche für sie nicht in Frage käme.

Die Ergebnisse der Umfrage auf einen Blick:

Würden Sie einen Job in einer anderen Branche annehmen?

– Ja, ich wollte mich beruflich sowieso verändern. 49% (10.975)

– Ja, da es meiner Branche in der momentanen
Wirtschaftslage nicht gut geht. 18% (3.921)

– Vielleicht, ich nehme den ersten Job,
den ich kriegen kann. 22% (4.994)

– Nein, derzeit kann ich mir nicht vorstellen,
einen Job in einer anderen Branche anzunehmen. 11% (2.554)

Bezeichnenderweise gaben 22 Prozent der weltweit befragten Arbeitnehmer an, dass sie den erstbesten Job annehmen würden, der ihnen angeboten wird – unabhängig davon, ob es eine Stelle in ihrer derzeitigen Branche wäre oder nicht. Generell zeigt sich, dass nur wenige der Umfrageteilnehmer gar nicht bereit waren, einen anderen Berufszweig in Betracht zu ziehen.

„Ein Jobwechsel kann gerade auch in Krisenzeiten eine Chance zur beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung sein“, so Marco Bertoli, Geschäftsführer Central Europe bei Monster Worldwide. „Das derzeitige Wirtschaftsklima zwingt viele Angestellte zum Handeln, so dass sie über eine berufliche Veränderung nachdenken müssen. Monster hilft den Jobsuchenden mit seinem Online-Angebot, die eigenen Handlungsmöglichkeiten auszuloten und sich eine neue Karriere aufzubauen.“

Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass spanische Arbeitnehmer am ehesten bereit sind, die Branche zu wechseln – 92 Prozent gaben hier an, darüber nachzudenken. Welche Auswirkungen die Weltwirtschaftskrise auf Spanien hat, wird auch daran deutlich, dass 44 Prozent der befragten Spanier den ersten Job annehmen würden, der ihnen angeboten wird. In allen anderen Ländern käme das für maximal 23 Prozent der Befragten in Betracht.

Ein differenzierteres Bild zeigt sich in Deutschland: Deutsche Arbeitnehmer sind zurückhaltender und wechseln trotz Wirtschaftskrise nicht so schnell die Branche. Hierzulande gaben rund 54 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass sie sich ohnehin beruflich verändern möchten. Knapp 18 Prozent denken über einen Branchenwechsel nach, da es ihrer derzeitigen Branche wirtschaftlich nicht gut geht. Nur 16 Prozent der Deutschen würden hingegen das erstbeste Jobangebot annehmen. Zwölf Prozent der deutschen Befragten sagen sogar, dass für sie ein Job in einer anderen Branche nicht in Frage kommt.

Die Arbeitnehmer in Österreich und der Schweiz zeigen eine sehr hohe Bereitschaft, in einer neuen Branche Erfahrungen zu sammeln. In der Schweiz gaben 67 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass sie sich unabhängig von der wirtschaftlichen Situation sowieso beruflich verändern wollten. In Österreich gilt dies sogar für 69 Prozent der Befragten.

22.444 Arbeitnehmer in den USA, Kanada und Europa haben sich vom 20. Juli bis zum 10. August an dieser Umfrage beteiligt. 47 Prozent der Teilnehmer kamen aus den USA und 57 Prozent aus Europa – darunter 4.043 aus Deutschland. Das Karriereportal Monster führt in regelmäßigen Abständen Befragungen auf lokalen und globalen Webseiten des Unternehmens zu Themen rund um Arbeitsplatz und Karriere durch. Diese Befragungen sind nicht repräsentativ, sie spiegeln die Meinung der Nutzer von Monster wider.

Deutsche Unternehmen senken Personalkosten

In der Wirtschaftskrise setzen deutsche Unternehmen häufig trotz gegenteiliger Beteuerungen zuerst beim Personal den Rotstift an: Mehr als sechs von zehn Betrieben sparen bei den Ausgaben für die Mitarbeiter, um Kosten zu senken.

Dabei geht es allerdings nicht ausschließlich darum, Personal abzubauen. Auch durch eine optimierte Arbeitszeitgestaltung oder die Erhöhung der Auslastung können Kostenvorteile erzielt werden. Vor allem für das Gesundheitswesen, die öffentliche Verwaltung und das verarbeitende Gewerbe hat eine Verringerung der Personalkosten Priorität gegenüber anderen Sparmaßnahmen. Finanzdienstleister sowie Energie- und Wasserversorger versuchen dagegen eher, durch eine Optimierung der internen Prozesse ihre Kosten zu senken. Das ist das Ergebnis der Potenzialanalyse Kostenmanagement, die von Steria Mummert Consulting erstellt wurde.

Vor allem für große Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern steht – wenn gespart werden muss eine allgemeine Senkung der Personalkosten ganz oben auf der Agenda. Zwischen den einzelnen Branchen lassen sich jedoch unterschiedliche Strategien zur Kostensenkung erkennen. Während beispielsweise mehr als sieben von zehn Führungskräften aus der Gesundheitsbranche bei den Personalkosten ansetzen, liegt der Anteil bei den Banken mit knapp 47 Prozent deutlich darunter. Priorität haben bei den Kreditinstituten stattdessen die Verbesserung der Arbeitsabläufe (51 Prozent) sowie die Zusammenlegung von Produktionseinheiten (53 Prozent). Auch Versicherungen (70 Prozent) sowie Energie- und Wasserversorger (80 Prozent) sind davon überzeugt, dass die Optimierung der internen Prozesse ein besonders wirkungsvolles Instrument zur Kostensenkung ist.

Das Outsourcing hilft in der Krise Unternehmen ebenfalls, Kosten zu senken. Gut jedes fünfte Unternehmen verspricht sich vor allem Kostenvorteile von einer Auslagerung der IT. Rund 35 Prozent der befragten Unternehmen haben mindestens eine Form von Outsourcing bereits umgesetzt. Der Erfolg bestätigt diese Strategie. So konnten zwei Drittel der Unternehmen bei Personal- und Verwaltungskosten deutliche Kosteneinsparungen verzeichnen. Weitere wesentliche Vorteile für die Unternehmen: Die Auslagerung ermöglicht eine stärkere Konzentration auf das Kerngeschäft und schafft Transparenz bei den Kosten. „Allerdings bieten auch auslaufende und zur Verlängerung anstehende Outsourcingvereinbarungen Optimierungsund Verhandlungspotenziale“, sagt Erhard Thaler, Principal Consultant bei Steria Mummert Consulting. „Damit lassen sich für Unternehmen deutliche Kostenvorteile erzielen.“

Der Berichtsband Potenzialanalyse Kostenmanagement wurde von Steria Mummert Consulting in Kooperation mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung durchgeführt. 272 Fachund Führungskräfte aus den Bereichen Finanzen und Controlling verschiedener Branchen nahmen an der Umfrage teil. Die Daten wurden im April 2009 erhoben.

IT-Arbeitsmarkt – noch keine Belebung in Sicht

COMPUTERWOCHE: Zahl der ausgeschriebenen IT-Stellen von April auf Mai um 4,5 Prozent gesunken / Gegenüber Mai 2008 Rückgang um 35 Prozent / Bayern fällt in der regionalen Auswertung auf Rang drei zurück

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat den IT-Arbeitsmarkt nach wie vor fest im Griff. Während die Zahl ausgeschriebener Stellen branchenübergreifend im Mai insgesamt um zehn Prozent auf 127.286 Offerten gestiegen ist, zeigt der IT-Arbeitsmarkt noch keine Belebung. Dort ging die Menge der inserierten IT-Stellen von April auf Mai um 4,5 Prozent auf 12.269 zurück. Gegenüber Mai 2008 beträgt das Minus sogar 35 Prozent. Das berichtet die IT-Wochenzeitung COMPUTERWOCHE (Ausgabe 27/2009, www.computerwoche.de) unter Berufung auf eine aktuelle Analyse des Berliner Marktforschungsunternehmens AnzeigenDaten.de, in deren Rahmen IT-Jobangebote aus 89 Zeitungen und 19 Online-Jobbörsen ausgewertet wurden.

Besonders stark schrumpfte das Angebot von Unternehmen aus den Bereichen Hardware, Elektronik und Nachrichtentechnik – und zwar um 27 Prozent auf 776 Stellen. Bei Softwarehäusern und im Maschinenbau waren im Mai rund zehn Prozent weniger neue Mitarbeiter gefragt, im Fahrzeugbau sogar 40 Prozent weniger. Fast ein Drittel der Angebote (3.521) kommt von Personalberatungen, die diese Stellen im Auftrag von Kunden vermitteln. Hier ist ein Rückgang von fast zehn Prozent gegenüber dem April (3.857 Stellen) zu vermelden. Um sieben Prozent auf 3.503 (April 2009: 3.753) verminderten sich die Jobs bei den Zeitarbeitsfirmen. Positive Nachrichten kommen von den Unternehmensberatungen. In diesem Sektor stieg die Zahl der ausgeschriebenen Stellen um rund sieben Prozent. Deutliche Zuwächse vermelden der Einzelhandel (plus 21,7 Prozent), der Bereich Marketing, Marktforschung, PR (plus 29,6 Prozent) sowie der Großhandel (plus 52,8 Prozent).

Nach Regionen ausgewertet finden sich die meisten Job-Offerten für IT-Experten in Baden-Württemberg – mit 3.289 Offerten sind es laut COMPUTERWOCHE allerdings fast fünf Prozent weniger als im April. Nordrhein-Westfalen dagegen verzeichnet einen Zuwachs von vier Prozent auf 2.385 ausgeschriebene Stellen und verdrängt damit Bayern auf Rang drei, das einen Rückgang um 5,6 Prozent auf 2.336 freie Jobs hinnehmen muss.

IT Job – Anforderungen an Informatiker nehmen zu

IT-Spezialisten müssen für den Sprung auf der Karriereleiter mehr mitbringen als nur einen guten Hochschulabschluss – und die Ansprüche wachsen stetig. So nahm beispielsweise die Zahl der Stellenanzeigen, die von Bewerbern Führungskompetenz einfordern, im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozentpunkte zu.

Mit einem Plus von 14 Prozentpunkten gewinnt auch die Nachfrage nach projekterfahrenen Mitarbeitern an Bedeutung. Zudem müssen IT-Fachkräfte immer mobiler sein. Der Anteil der Jobangebote, die eine ausgeprägte Reisebereitschaft zur Bedingung machen, stieg innerhalb eines Jahres von 25 auf 37 Prozent. Die Zahl der Stellen, die Auslandserfahrung voraussetzten, verdoppelte sich sogar. Das sind die Ergebnisse der Studie „IT-Jobscout 2009 – Stellen für Berufserfahrene“ des Beratungs- und Softwarehauses PPI AG.

Ohne Zusatzqualifikationen kommt die Karriere von IT-Fachkräften schnell ins Stocken. So wird beispielsweise in neun von zehn Jobangeboten danach gefragt, ob die Bewerber bereits eigenverantwortlich Technologien in die Praxis überführt haben. Ebenfalls weit oben auf der Wunschliste der Personalverantwortlichen stehen Sprachkenntnisse (72 Prozent) und betriebswirtschaftliches Zusatzwissen (59 Prozent).

Dabei wird vor allem von IT-Beratern und Projektmanagern viel erwartet. Für sie ist es besonders wichtig, dass sie über ihre fachlich-universitäre Qualifikation hinaus überzeugen können. Denn in ihrer Position übernehmen sie eine wichtige Schnittstellenfunktion – zwischen der Softwareentwicklung auf der einen und dem Kunden auf der anderen Seite. Dafür brauchen IT-Berater und Projektmanager nicht nur technische Expertise. Sie müssen zusätzlich die branchenspezifischen Wünsche des Kunden verstehen, passende Lösungen erarbeiten, sowie den Überblick über das Projekt behalten.

Bei diesen Aufgaben spielen vor allem betriebswirtschaftliche Kenntnisse eine zentrale Rolle. So ist für 76 Prozent der offenen Projektmanagerjobs und für zwei Drittel der Angebote für IT-Berater zusätzliches Wirtschaftswissen Pflicht. Denn Spezialisten aus diesem Aufgabengebiet müssen die betriebswirtschaftlichen Geschäftsprozesse ihrer Kunden verstehen und in technische Lösungen übersetzen können. Zudem sind BWL-Kenntnisse notwendig, damit während der Realisierung eines IT-Projektes die zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal eingesetzt werden.

Hintergrundinformationen Für den „IT-Jobscout 2009 – Stellen für Berufserfahrene“ hat die PPI AG die Online-Stellenangebote der 100 größten IT-Unternehmen Deutschlands untersucht und kann damit einen Querschnitt des deutschen IT-Stellenmarktes abbilden. Insgesamt wurden 751 Stellenanzeigen für Arbeitskräfte mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung von Unternehmen ab 750 Mitarbeiter im Dezember 2008 ausgewertet.