Deutsche wollen kein Weihnachtsgebaeck im September

Deutsche wollen im Supermarkt und im Lebensmitteleinzelhandel keine Weihnachtspromotion im Spätsommer und Herbst – Lebkuchen und Spekulatius werden aber trotzdem gerne schon mal gekauft.

Der frühe Trubel rund um Weihnachten und Advent im Lebensmitteleinzelhandel geht vielen Kunden auf die Nerven. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Zeitschrift acquisa in Kooperation mit der Agentur Die Gefährten. Demnach empfindet die Mehrheit der Befragten Weihnachtspromotions als störend, kauft aber dennoch fleißig ein. Da wird auch im Oktober schon einmal zu Lebkuchen und Spekulatius gegriffen.

Schoko Weihnachtsmann
Schokoladen Weihnachtsmann – Foto: Siefken

Dennoch sollte Vorsicht geboten sein: Denn die frühweihnachtlichen Werbemittel können auch einen negativen Eindruck hinterlassen. Knapp die Hälfte der Befragten findet es nicht gut, dass es schon in den Herbstmonaten Weihnachtsartikel in den Supermärkten gibt. So geben 65 Prozent an, dass diese später beginnen sollte und weitere 31 Prozent sind der Meinung, dass die Werbemaßnahmen rund um Weihnachten weniger werden sollten.

Bei der Präsentation der Waren teilen sich die Meinungen. Einerseits empfinden die Verbraucher diese als weihnachtlich (20 Prozent), kreativ (3 Prozent) und auffällig (42 Prozent), andererseits als langweilig (45 Prozent) und überladen (24 Prozent). Dennoch haben sich 81 Prozent aufgrund der Präsentation für die Produkte entschieden. Entscheidend sind die Werbemittel vor Ort. Über 75 Prozent haben diese in den Märkten registriert. Deckenhänger (66 Prozent), Displays (51 Prozent), Verkostungen und Promotions (26 Prozent) sowie Poster (11 Prozent) wurden nicht nur von vielen Personen gesehen, sondern haben sogar 40 Prozent in ihrer Kaufabsicht oder Markenentscheidung beeinflusst. Zwei Drittel kaufen statt No-Name-Produkten lieber Markenprodukte.

Die Kölner Agentur „Die Gefährten“ hatte für die Umfrage 400 Kunden von Edeka, Real, Rewe und Basic nach ihren Erfahrungen befragt. Weitere Informationen finden Interessierte in der aktuellen Dezemberausgabe der Marketing- und Vertriebszeitschrift „acquisa“ aus der Haufe Mediengruppe.

Weihnachten 2009 – Weihnachtsgeschaeft im Handel gestartet

Der Einzelhandel stimmt sich jetzt auf Weihnachten ein – das Weihnachtsgeschäft 2009 ist gestartet. Der Umsatz zu Weihnachten wird wahrscheinlich leicht rückläufig, aber nicht so stark, wie noch vor ein paar Monaten prognostiziert. Deutsche geben auch zu Weihnachten 2009 weiter genug Geld aus.

Weihnachtsgeschaeft
Umsatz zu Weihnachten im Einzelhandel, Weihnachtsgeschäft Monate November und Dezember – Grafik: Hauptverband des Deutschen Einzelhandels

Zum Umsatz im Weihnachtsgeschäft, zur Lage 2009 und 2010 sowie zu den Ladenöffnungszeiten im Advent erklärte in Berlin der Präsident des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Josef Sanktjohanser:

Weihnachten Lage 2009: Die ersten drei Quartale des Jahres brachten den Unternehmen des Einzelhandels einen Umsatzrückgang von nominal zwei Prozent auf 284,4 Milliarden Euro. Wir liegen damit zwar innerhalb unserer Erwartungen von einem Jahresumsatz von nominal minus zwei Prozent und stehen besser da als andere Wirtschaftszweige. Aber diese Umsatzeinbußen sind für viele Händler schmerzhaft. Nach einer aktuellen Trendumfrage des HDE zum Oktober-Geschäft sind die Unternehmen mit der Umsatzentwicklung im vergangenen Monat überwiegend zufrieden. Für einige Unternehmen war es sogar ein goldener Oktober. Das gilt besonders für den Mode- und Schuheinzelhandel.

Weihnachtsgeschäft: Im Weihnachtsgeschäft zählt eines ganz besonders: die Stimmung. Und die Stimmung der Verbraucher ist heute besser als vor einem Jahr. Damals konnte der Einzelhandel im Weihnachtsgeschäft immerhin leicht um 0,3 Prozent auf 74,2 Milliarden Euro zulegen. Wir erwarten für November und Dezember 2009 eine Entwicklung, die nur leicht unterhalb des Vorjahres verläuft und damit etwas besser ist als der Jahrestrend. Wir gehen davon aus, dass der Einzelhandel im diesjährigen Weihnachtsgeschäft 73 Milliarden Euro umsetzen wird. Dies entspricht einem Minus von rund 1,5 Prozent zum Vorjahr. Die online erzielten Umsätze schätzen wir für November und Dezember auf etwa 5,5 Milliarden Euro.

Umsatz-Weihnachten-Brachen
Umsatz zu Weihnachten nach Branchen – Grafik: Hauptverband des Deutschen Einzelhandels

Lage 2010: Es ist leider wahrscheinlich, dass der Einzelhandel von einer leichten gesamtwirtschaftlichen Erholung im kommenden Jahr kaum profitieren kann. Eine steigende Arbeitslosigkeit wird Konsumspielräume einengen und die Verbraucherstimmung drücken. Da hilft es dann auch kaum, dass sich die Einzelhandelspreise nach unserer Einschätzung auch 2010 moderat entwickeln werden und die Konsumstimmung stützen. Ich fürchte, dass auch die steuerlichen Entlastungen im kommenden Jahr dem Konsum noch nicht auf die Sprünge helfen werden. Die Mehrzahl der Einzelhandelsunternehmen rechnet daher für 2010 mit einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation gegenüber diesem Jahr.

Ladenschluss: Für den 1. Dezember hat das Bundesverfassungsgericht die Verkündung seines Urteils über die Klage der Kirchen gegen die Berliner Sonntagsregelung angekündigt. Dabei geht es um die Frage, ob in Berlin die zehn verkaufsoffenen Sonntage, die die vier Adventssonntage umfassen, dem Grundgesetz entsprechen. Für den HDE besteht kein Zweifel, dass die Berliner Regelung mit dem verfassungsmäßigen Schutz des Sonntags vereinbar ist. Einen besonderen Schutz der Adventssonntage sehen Grundgesetz und Weimarer Reichsverfassung, deren Bestimmungen in diesem Punkt bis heute gelten, nicht vor. Auch die Praxis der vergangenen beiden Jahre hat gezeigt, dass sich die Berliner Regelung bewährt hat. Sie bringt den Unternehmen wichtige zusätzliche Umsätze und wird besonders in der Vorweihnachtszeit von den Kunden als zusätzliche Einkaufsmöglichkeit geschätzt.

China: Media Markt und Foxconn schliessen Partnerschaft

Media Markt bereitet den Markteintritt in China vor.

Die zur METRO Group gehörende Vertriebslinie Media-Saturn, in Deutschland und in weiteren 15 europäischen Ländern die führende Elektrofachmarktkette und die Foxconn Technology Group, das größte staats-unabhängige Unternehmen in China, wollen ihre Kräfte in Asien bündeln und rasch in China expandieren.

Beide Partner sehen ein Potenzial von hunderten großflächiger Media Märkte in China. Eine Absichtserklärung wurde unterzeichnet. METRO Group und Foxconn Technology Group werden gemeinsam die führende Elektronikfachmarktkette in China aufbauen, die unter dem Markennamen Media Markt betrieben werden soll.

„Unsere Vision ist, dass Media Markt mit dem neuen Joint Venture im Elektronikfachhandel den chinesischen Verbrauchern ein innovatives Produktsortiment bietet. China ist die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Welt. Da wir bereits heute Sortiments- und Preisführer in Europa sind, sind wir hervorragend aufgestellt, um die Wachstumsstrategie für China mit unserem starken Joint-Venture-Partner erfolgreich umzusetzen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der Foxconn Technology Group“, sagte Dr. Eckhard Cordes, Vorstandsvorsitzender der METRO Group.

„Die Foxconn Group ist seit langem als Innovationsführer und einer der größten privaten Arbeitgeber Chinas bekannt. Jetzt werden wir in den chinesischen Dienstleistungssektor expandieren. Zusammen mit der METRO Group werden wir die chinesische Handelslandschaft nachhaltig verändern. Diese strategische Allianz ermöglicht uns, unseren Kunden noch bessere und umfassendere Dienstleistungen zu bieten“, so Terry Gou, Vorstandsvorsitzender der Foxconn Group.

Der erste Media Markt soll 2010 in Shanghai, wo auch die Zentrale des Joint Ventures angesiedelt werden soll, eröffnet werden.

Welche Rolle spielt das Internet im Handel?

Inwieweit greifen Firmen auf das Medium Internet zurück? Dieser Frage widmet sich laut Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) eine Umfrage des Instituts für Handelsforschung an der Universität Köln. Bei der Erhebung sollen gerade mittelständische Handelsunternehmen berücksichtigt werden. So bittet die IHK die Betriebe in Siegen-Wittgenstein und Olpe um Mithilfe.

Handelsunternehmen aus dem IHK-Bezirk können sich bis zum 25. Juli über die Internetseite ihk-siegen.de an der Erhebung beteiligen. Die Ergebnisse werden in einem Berichtsband dokumentiert, der voraussichtlich ab Oktober erhältlich ist. Sollten sich genügend heimische Unternehmen an der Umfrage beteiligen, ist eine gesonderte Auswertung für die beiden Kreise möglich.

Bereits in den Jahren 1999, 2002, 2004 und 2006 hatte das am Institut für Handelsforschung angesiedelte E-Commerce-Center Handel (ECC Handel) die Internetnutzung in deutschen Handelsunternehmen untersucht. Insgesamt beteiligten sich über 9000 Firmen an den Befragungen. Doch im Laufe der Jahre hat sich gerade im Bereich des elektronischen Geschäftsverkehrs viel getan. Mit einer neuen Studie möchte das ECC Handel nun den aktuellen Stand der Internetnutzung feststellen. Die Studie wird unter anderem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.