Ueber 85 Millionen SMS bei T-Moblile versendet

Die Kunden des Mobilfunk Netz Betreibers T-Mobile haben das Angebot mit dem kostenlosen SMS-Versand offenbar stark in Anspruch genommen. T-Mobile wollte sich mit dieser Aktion für den kürzlichen Ausfall des Handynetzes entschuldigen.

„Unsere Aktion, am Sonntag kostenlos SMS zu versenden, hat enormen Anklang bei unseren Kunden gefunden“, teilte Georg Pölzl, Sprecher der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland mit.

Mit mehr als 85 Millionen SMS wurde eine neue Rekordsumme von Kurznachrichten über das Netz von T-Mobile verschickt – sogar deutlich mehr als zu Weihnachten und Sylvester, die sonst die Tage mit der stärksten Nutzung darstellen. „Wir freuen uns, dass unsere Kunden unsere Geste so gut angenommen haben“, so Georg Pölzl.

Handynetz-Ausfall und T-Mobile-Reaktion

Nach dem bescheidenen Krisenmanagement geht der Marktführer T-Mobile holprig in die Offensive. Noch ist unklar, wo der Fehler lag und wer ihn verschuldete – eine Entschädigung schließt der Konzern aber schon einmal aus.

Das mag durch die Geschäftsbedingungen gedeckt sein, doch ein wenig Kulanz hätte der Kundenbindung nicht geschadet. So lautet die Botschaft aber: Sie konnten stundenlang nicht telefonieren – ihr Problem! Und die „Geste“ mit Frei-SMS am Sonntag gerät auch eher schlaff und klingt nach Planwirtschaft: Man hat am Sonntag vielleicht niemandem etwas zu sagen, darf das dafür aber umsonst tun. (Mitteldeutsche Zeitung)

Preisgrenzen fuer SMS-Versand im Ausland

Der Hightech-Verband BITKOM hat die von der EU geplanten Preisgrenzen für den SMS-Versand im Ausland scharf kritisiert. Über den Gesetzentwurf soll morgen im EU-Parlament abgestimmt werden.

Anschließend muss noch der EU-Ministerrat zustimmen. Vorgesehen ist ein Preislimit von 13 Cent je SMS inklusive Mehrwertsteuer. „Das ist weniger als der typische Preis im Inland von 19 Cent“, gibt BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer zu bedenken. Die Nutzung eines Fremdnetzes im Ausland könne aber logischerweise nicht billiger sein als der gleiche Service im Inland. „Offenkundig will die EU testen, wie weit sie die Unternehmen mit Preisdiktaten belasten kann.“

„Damit werden den Unternehmen Mittel entzogen, die anschließend für Investitionen in Netzausbau und -qualität fehlen“, so Scheer weiter. „Gerade in Zeiten einer Wirtschaftskrise sollte die Politik Zukunftstechnologien unterstützen und nicht bremsen.“ Schon heute sind die Netzinvestitionen in Deutschland pro Einwohner nur noch halb so hoch wie in den USA oder Japan. Mittelfristig müssen 40 bis 50 Milliarden Euro aufgebracht werden, um die Super-Breitbandnetze der Zukunft aufbauen zu können. Prof. Scheer: „Um international Schritt zu halten, brauchen wir diese Investitionen in Infrastrukturen.“

Der BITKOM kritisiert auch den EU-Vorstoß, die bereits beschlossenen Preisobergrenzen für Handy-Gespräche im Ausland weiter zu senken. Über diese Pläne wird ebenfalls im Europäischen Parlament abgestimmt. „Den 2007 gefundenen Konsens zu Handytarifen sollte die EU nicht einfach aufkündigen“, so Scheer. Derzeit dürfen abgehende Gespräche im Ausland bis zu 55 Cent inklusive Steuern kosten, ankommende Telefonate maximal 26 Cent. Bereits fest vorgesehen ist eine weitere Senkung auf 51 und 23 Cent im August 2009. „Damit ist ein Höchstmaß an Eingriffen bereits erreicht“, kritisierte der BITKOM-Präsident. „Weitere Zwangstarife sind auch deshalb unnötig, weil bereits vor der EU-Regulierung die Roaming-Preise massiv gesunken sind.“ Viele Mobilfunk-Anbieter hätten günstige Auslandstarife für Urlauber und Geschäftsleute im Programm. „Die massiven Interventionen der EU in den funktionierenden Markt schießen übers Ziel hinaus.“