Internetnutzung auf Handy nimmt zu

Die Nutzung des Internets mit dem Handy konnte in den letzten sechs Monaten deutlich zulegen, dies hat eine Umfrage der Professur für Kommunikationswirtschaft der Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“ an der TU Dresden ergeben. Schon 17,9 Prozent aller befragten Handybesitzer haben bereits mit ihrem Handy im Internet gesurft. Weitere 7,8 Prozent gaben an, dies schon auf Geräten Dritter probiert zu haben.

„Es ist damit eine deutliche Steigerung gegenüber unserer Erhebung im Sommer 2009 festzustellen,“ so René Pessier, Leiter der Studie und Mitarbeiter an der Professur für Kommunikationswirtschaft. Die letzte Erhebung im Juni/Juli 2009 ergab einen Anteil von nur 9,3 Prozent mobiler Internetnutzer. Zu der Steigerung hat auch das Weihnachtsgeschäft beigetragen, welches traditionell die Hochzeit für Vertragswechsel und -verlängerungen, verbunden mit neuen Endgeräten, ist, so die Forscher.

Mobiles Internet auf dem iPhone Im Segment der 15- bis 24-Jährigen liegt der Anteil von Nutzern des mobilen Internets mit fast 30 Prozent am höchsten. Mit zunehmendem Alter sinkt dabei der Anteil bis auf ein Prozent in der Altersgruppe der über 64-Jährigen.
Ein deutlicher Geschlechterunterschied ist über alle Altersgruppen festzustellen. Etwa 27 Prozent aller Männer haben im Gegensatz zu acht Prozent der Frauen mit ihrem Mobilfunkgerät bereits mobil das Internet genutzt. Der größte Unterschied findet sich in der Altersgruppe von 45 bis 54 Jahren, in dem der Anteil der Männer 24,6 Prozent und der der Frauen 2,2 Prozent beträgt.

„Die Nutzungsintensität steigt zunehmend an“, so René Pessier. Mittlerweile nutzt fast jeder Zweite täglich und fast 70 Prozent mindestens einmal in der Woche das mobile Internet. Bezogen auf die Gesamtzahl aller Handybesitzer nutzte jedoch trotzdem nicht mal jeder Zehnte täglich das Internet per Handy. Daraus ergibt sich ein enormes Potenzial im Vergleich zum stationären Internet von zu Hause, so die Forscher. Der Durchbruch in der gesamten Breite der Bevölkerung kann daher im Vergleich zur Gesamtanzahl der Handynutzer noch nicht konstatiert werden.
Hinsichtlich konkreter Dienste ist die höchste Nutzungsintensität bei E-Mail-Diensten zu verzeichnen. Hohe Anteile sind auch bei Nachrichten und Lexika festzustellen. Soziale Netzwerke liegen mit 29,3 Prozent vor Instant Messaging mit 20 Prozent. In der Altersgruppe 15 bis 24 Jahre liegt der Anteil der sozialen Netzwerke mit 44,6 Prozent am höchsten. Über alle Altersgruppen nutzen Frauen soziale Netzwerke mobil deutlich intensiver (51,9 Prozent, Männer23,2 Prozent).

Auch bei anderen Diensten ergeben sich deutliche geschlechterspezifische Unterschiede. „Das unterschiedliche Nutzungsverhalten verschiedener Zielgruppen muss bei der Vermarktung berücksichtigt werden, um zum Beispiel den momentan geringen Nutzungsanteil bei Frauen zu erhöhen“ so René Pessier. Demnach müssen die nutzbaren Inhalte deutlicher gegenüber dem reinen technischen Zugang kommuniziert werden. Generell kann die einfache Nutzung durch Applikationen, sogenannte Apps, dabei ein Vermarktungsargument sein. Diese wurden schon von 44,7 Prozent der Befragten mobilen Internetnutzer mindestens einmal heruntergeladen. In den nächsten Monaten wird sich durch ein mittlerweile sehr breites Angebot an Handys mit komfortabler Zugangsmöglichkeit zum Internet der Wachstumstrend weiter fortsetzen, so die Forscher. Insbesondere die preisgünstigeren und subventionierten Geräte der Netzbetreiber werden in den jungen Altersgruppen der entscheidende Parameter für ein schnelles Wachstum sein. Für eine weitere Erhöhung der Nutzungsintensität sind die Zugangskosten und deren Integration in existierende Tarife der Schlüssel zu einem nachhaltigen Anstieg. Ein deutliches Wachstumspotenzial besteht unzweifelhaft. So gab fast ein Viertel der Befragten, die das Internet über ihr Mobiltelefon bisher nicht genutzt haben, an, ein prinzipielles Interesse an der Nutzung des Internets per Mobiltelefon zu haben.

Im Rahmen einer empirischen Erhebung mit persönlichen Interviews wurden im Januar 2010 mehr als 2.000 Personen ab 15 Jahren befragt. Momentan erfolgt eine detaillierte Auswertung der Erhebung. Weitere Informationen zum Befragungsdesign und Umfrageergebnissen können auf den Webseiten der Professur für Kommunikationswirtschaft unter kommunikationswirtschaft.tu-dresden.de eingesehen werden.

China holt in der Mikroelektronik auf – IT Standort Europa gefaehrdet?

China wird sich nach Meinung der VDE-Mitgliedsunternehmen und Hochschulen 2020 als Mikroelektronik-Standort an die Weltspitze setzen, so ein Ergebnis des VDE-Trendreports 2009, den der Verband VDE am 20. April auf der Hannover Messe vorstellen wird.

Das Ergebnis bestätigt die Diagnose des VDE, dass sich das Gravitationszentrum der Mikroelektronik-Produktion zu den stark subventionierten ostasiatischen Standorten verlagert.

„Um wichtige Standortchancen für die Zukunft zu nutzen, muss der Halbleiter-Standort Deutschland/ Europa unbedingt gehalten werden. Wir müssen um den Mikroelektronik-Standort kämpfen, eine europäische Technologiestrategie entwickeln und die geplanten Infrastrukturprogramme um weitere Technologieschwerpunkte ergänzen“, fordert VDE-Vorstandsvorsitzender Zimmer im Vorfeld der Hannover Messe. Wenn die Chip-Fabriken abwandern, könnten ganze Industriezweige wegbrechen. Denn die Mikroelektronik und Embedded Systems, die meist unsichtbar in ein technisches Umfeld integriert werden, sind wichtige Motoren für Innovationen in allen Industriebereichen. Vom Chip-gebundenen Systemwissen des „Chip-Europameisters“ und „unsichtbaren ASICs-Weltmeisters“ Deutschland hängen das Wohl und Wehe vieler Anwenderbranchen ab.

Das belegen die folgenden Zahlen. Die Hälfte aller jemals hergestellten Transistoren wurden in den letzten 1,5 Jahren gefertigt. 50 Prozent des deutschen Exports 2007 (Volumen: 970 Mrd. Euro) waren abhängig von der Mikroelektronik, die auch die Nanotechnik antreibt. Die Nachfrage nach Embedded Systems wird Prognosen zufolge im Jahr 2009 stabil bei insgesamt gut 4 Milliarden Euro bleiben, was deren selbst in konjunkturschwachen Zeiten große Bedeutung unterstreicht.

Das deutsche Systemwissen wandert in die Chips und wirkt hier als systemrelevante Triebfeder der Elektro- und Informationstechnik sowie der gesamten deutschen Industrie. Jede dritte technologische Entwicklung der Anwenderbranchen ist auf Innovationen der Elektroindustrie zurückzuführen. Rund die Hälfte ihres Umsatzes machten die Unternehmen 2008 mit neuen Produkten. Mehr als 50 Prozent der gesamten deutschen Industrieproduktion und über 80 Prozent der Exporte hängen von der Elektro- und Informationstechnik ab. Mit einem jährlichen Aufwand von inzwischen 11 Milliarden Euro und nahezu 80.000 Beschäftigten in Forschung und Entwicklung ist die deutsche Elektroindustrie eine der weltweit größten Innovationsbranchen. In keinem anderen Industrieland ist der Anteil der Hightech-Industrien an der Wertschöpfung so hoch. Er beträgt inzwischen 15 Prozent und liegt damit um mehr als drei Prozentpunkte höher als in Japan (11,6 Prozent) und ist mehr als doppelt so hoch wie in den USA (7 Prozent). Dieser Vorsprung sollte nach Ansicht des VDE genutzt und ausgebaut werden.

iPoint 3D – Fernbedienung wie in Science-Fiction-Film

Mit dem „iPoint 3D“ kommuniziert der Mensch durch simple Gesten mit einem 3-D-Display – berührungslos, ohne 3-D-Brille oder Datenhandschuh.

ipoint-3d

Was bisher nur in Science-Fiction-Filmen zu sehen war, zeigen die Experten des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI vom 03. bis 08. März auf der CeBIT (Halle 9, Stand B36).

„Das Herzstück des iPoint 3D ist eine Erkennungseinheit, nicht viel größer als eine Tastatur, die über dem Benutzer an der Decke hängt oder im Couchtisch eingebaut wird. Zwei integrierte Kameras erkennen Hände und Finger in Echtzeit und übertragen die Information an den Computer“, erläutert Paul Chojecki, Wissenschaftler am HHI, die Technik. Sobald der Akteur vor dem Bildschirm steht und die Hände bewegt, reagiert das System – völlig berührungs- und markerlos. Der kleine Kasten ist mit zwei Firewire-Kameras bestückt – handelsübliche Videokameras, die günstig sind und sich über Plug & Play einfach einbauen lassen.

Der iPoint 3D sorgt nicht nur für Spielspaß, sondern ließe sich genauso im Wohn- und Arbeitszimmer, im Operationssaal oder interaktiven Informationssystemen einsetzen. »Da die Interaktion absolut berührungsfrei erfolgt, ist das System ideal für Szenarien, in denen kein Kontakt zwischen Nutzer und Computer bestehen darf oder kann, etwa im Operationssaal«, sagt Chojecki. Die Erfindung vom HHI lässt sich also nicht nur zur Displaysteuerung, sondern auch als Bedienelement für andere Geräte nutzen. Wer in der Küche Teig knetet und alle Hände voll zu tun hat, dreht mit einem Kommando des Fingers die überkochenden Kartoffeln herunter, ohne dabei die Knöpfe zu verschmieren. Im Arbeitszimmer brüten beispielsweise Architekten über aktuellen Bauplänen, die sich mit Gestensteuerung von allen Seiten betrachten lassen. Die Fernbedienung der Zukunft ist der Finger, das natürlichste Zeigegerät des Menschen.

Auf der CeBIT, der Messe für Informations- und Kommunikationstechnik, stellen die Forscher aus Berlin den iPoint 3D vom 03. bis 08. März in Hannover vor (Halle 9, Stand B36).

Video – Beamer-Lampe schonen

„video“-Tipp: Beamer-Lampe schonen und gleichzeitig Strom sparen

Die Beamer-Lampe ist das empfindlichste Verschleißteil von Videoprojektoren. Um die Lebensdauer der Lampe zu verlängern, empfiehlt das Fachmagazin „video“ (Ausgabe 6/2008), den von vielen Projektoren angebotenen Spar-Modus auszuprobieren. Dies reduziert nicht nur den Stromverbrauch und schont den Leuchtkörper, sondern verbessert auch den Schwarzwert und den Bildkontrast. Zudem sinkt wegen der geringeren Hitzeentwicklung das oft störende Lüftergeräusch.

Einige Geräte besitzen eine Warnanzeige für die Lampentemperatur. Wenn diese aufleuchtet oder blinkt, sollten Anwender den Beamer ausschalten oder in den Spar-Modus wechseln, so „video“. Nach längerem Betrieb darf das Gerät nicht sofort vom Stromnetz genommen werden. Denn in dieser Zeit läuft der Lüfter noch nach, um die Lampe vollständig abzukühlen.